Workshop: Regen-Bokeh 1 Kommentar


Abbildung 1: Lychis mit Regen-Bokeh

Abbildung 1: Lychis mit Regen-Bokeh

 

Die Premiere

In meinem allerersten Workshop zeige ich, dass man mit relativ wenig Aufwand und Equipment eine eindrucksvolle Aufnahme erschaffen kann.

Schritt für Schritt erkläre ich, wie das Foto „Lychis in the Rain“ entstanden ist und worauf bei der finalen Umsetzung geachtet werden sollte.

 

Aufbau des Settings

Für einen interessanten Untergrund habe ich eine dunkle grünlich-blaue Schieferfliese gewählt, die durch grobe Naturspaltung eine besonders strukturierte Oberfläche aufweist. Sicher auf dem Wannenrand abgelegt ergibt sich eine plane Fläche, auf der ich die Objekte arrangieren kann.

 

Abbildung 2: Eingesetzte Schieferplatte

Abbildung 2: Eingesetzte Schieferplatte

 

Damit sich die einzelnen Tropfen besser von der Umgebung abheben und keine Spiegelungen im Wasser auftreten, muss ich den Hintergrund der Aufnahme komplett abdunkeln. Dazu habe ich an der Wand einfach zwei schwarze T-Shirts mit Klebeband befestigt.

Diese sollten glatt von der Wand hängen, es kommt sonst zu störenden Schattenwürfen auf der Aufnahme. Außerdem sollte eine sichere Befestigung gegeben sein, denn die T-Shirts werden durch das Spritzwasser relativ schwer.

 

Abbildung 3: Workshopaufbau

Abbildung 3: Workshopaufbau

 

Die Verwendung eines Stativ ist bei dieser Aufnahme nicht unbedingt erforderlich, da der Freeze-Effekt des Wassers bei kurzen Belichtungszeiten zustande kommt. Man hätte also durchaus auch aus der Hand fotografieren können. Um den gleichen Aufnahmewinkel auf den Fotos beibehalten zu können, habe ich die Kamera dennoch auf dem Stativ montiert.

Als Speedlight wird ein Yongnuo YN 560-II eingesetzt, der durch einen Diffusor (auf den Blitz aufgesteckt) weicheres Licht streut. Ausgelöst wird entfesselt über den Funkauslöser, was eine größtmögliche Flexibilität bei der Blitz-Positionierung erlaubt.

 

Die Sache mit dem Wasser

Da hier mit fließendem Wasser gearbeitet wird, müssen die Gerätschaften unbedingt vor Wasserspritzern geschützt werden!

Vor allem Objektiv und Kamera bekommen einiges an Wasser ab.

 
Abbildung 4: Wassereffekte

Abbildung 4: Wassereffekte

 

Zur Sicherheit habe ich den Blitz einfach komplett in einen Gefrierbeutel gesteckt. Die Kamera ist mit einer Plastiktüte geschützt, aus der lediglich das Objektiv herausschaut. Die Linse decke ich bis zur Auslösung ab, damit möglichst wenig Wassertropfen auf die Oberfläche gelangen, die unschönes Streulicht erzeugen.

 
Abbildung 5: Blitzeinsatz

Abbildung 5: Blitzeinsatz

 

Festlegung der Kamera- und Blitzeinstellungen

Grundsätzliche Kameraeinstellungen:

  • ISO800
  • Weißabgleich auf Blitz
  • f/2.0

Das Bild habe ich manuell über den Fokusring des Objektivs scharf gestellt. Ich bevorzuge diese Art des Fokussierens, da dies wesentlich genauer ist – ein gutes Auge vorausgesetzt – und mehr kreativen Spielraum bei der Aufnahmegestaltung zulässt. Durch den Einsatz des Stativs brauchte ich auch nicht die Verschiebung des Fokuspunktes zu befürchten. Zusätzlich löst die Kamera im manuellen Fokusmodus einen Hauch schneller aus.

Die ISO-Einstellung habe ich rein nach Gefühl vorgenommen. ISO-Werte von 600 oder darunter hatten nicht zur gewünschten Farbwiedergabe geführt. Außerdem hätte ich die Belichtungszeit erhöhen müssen, was zu einer Verschleierung der Tropfen geführt hätte.

Weiterhin habe ich nicht mit der Offenblende von f/1.8 gearbeitet, da das Objektiv eine geringfügig schwächere Schärfe bei offener Blende vorweist. Dieser Effekt wird je nach Hersteller und Objektivtypus unterschiedlich ausfallen.

Die Belichtungszeit der Kamera ist nahe der Blitzsynchron-Zeit festgelegt (1/200sec), um die Wassertropfen durch kurze Belichtungszeiten scharf abzubilden. Anschließend muss die Blitzleistung soweit angepasst werden, dass eine gleichmäßige Ausleuchtung erreicht wird, ohne die Szenerie zu übersteuern. Nach mehreren Probeaufnahmen habe ich die Leistung des Yongnuo auf 1/64tel festgelegt.

 

Lichtverhältnisse

Die Aufnahmen wurden lediglich durch einen Yongnuo-Blitz beleuchtet. Auf zusätzliches Badezimmerlicht (LED) habe ich bewusst verzichtet, da dies zu einem leichten Gelbstich in der Aufnahme geführt hätte. Das ist dann einem falschen Weißabgleich geschuldet.

Anhand des Schattenwurfs kann man den Standort des Blitzes (links von der Aufnahme) gut erahnen. Es gelang mir mit den verfügbaren Mitteln jedoch nicht, harte Schatten auf den Früchten zu verhindern. Indirektes Blitzen über einen Reflektor hätte hier Abhilfe schaffen können.

 

Abbildung 6: Lychis ohne Wasserberieselung

Abbildung 6: Lychis ohne Wasserberieselung

 

Eine weitere Einstellung

Nachdem die Lychis im Kasten waren, habe ich auch einige Trauben abgelichtet.

Insgesamt wirken diese Aufnahmen mehr ins Bläuliche verschoben, was durch einen veränderten Weißabgleich hervorgerufen wurde. Die sonstigen Kamera- und Blitzeinstellungen habe ich beibehalten.

 

Abbildung 7: Trauben ohne Wasserberieselung

Abbildung 7: Trauben ohne Wasserberieselung

 

Abbildung 8: Trauben mit Wasserberieselung

Abbildung 8: Trauben mit Wasserberieselung

 


Folgende Tags wurden mit diesem Artikel verbunden:
Blitz Bokeh Festbrennweite Früchte Schiefer Spritzer Strobist Unschärfe Wasser Yongnuo YN 560-II


Ein Gedanke zu “Workshop: Regen-Bokeh

  • Inge Maxey

    Für den ersten Workshop war das sehr Interessant, soweit ich das beurteilen kann als Leihe. Hat mir sehr gut gefallen. Sehr schöne Interessante Bilder.

Kommentare sind geschlossen.