Workshop: Waterdrops on the Bottle 1 Kommentar


Abbildung 1: Flaschen wie frisch aus dem Kühlschrank

Abbildung 1: Flaschen wie frisch aus dem Kühlschrank

 

Ein Bild zum Genießen

Der Bereich Food-Fotografie verfolgt das Ziel, Lebensmittel möglichst appetitlich und angenehm zu präsentieren. Die Welt ist voll mit geschmackvollen Aufnahmen, vor allem in Rezeptbüchern und Food-Blogs sind sie zu finden. Eine gute Food-Aufnahme soll das Verlangen des Betrachters steigern, appetitanregend sein und Lust auf mehr machen…

Mir gefallen Aufnahmen aus dem Food-Bereich sehr – sie sind ansprechend, ästhetisch und strahlen eine gewisse Harmonie aus. Für den Fotografen bringt sie außerdem noch einen weiteren Vorteil mit sich: Man kann das Angenehme (Essen) mit dem Schönen (Fotografieren) verbinden!

Ich habe mir vorgenommen, ein bisschen mehr in diese Richtung experimentieren. Heute möchte ich meinen ersten Versuch vorstellen, mit einfachen Mitteln eine spektakuläre Food-Aufnahme zu zaubern.

 

Was es dazu braucht

Die Zutaten für das Setting sind schnell beisammen – es braucht erstmal nur einen entfesselten Blitz und natürlich schöne, ansprechende Glasflaschen. Das Etikett habe ich entfernt, um den Glaskörper noch besser zur Geltung kommen zu lassen. Dazu müssen die Flaschen über Nacht in Wasser gelegt werden, das Etikett lässt sich dann ganz leicht ablösen.

Jetzt kommt das wirklich Knifflige an dieser Aufnahme: einzelne, nicht ineinander verlaufende Wassertropfen für den absoluten Frische-Eindruck. Die Flaschen sollen aussehen, als seien sie an einem heißen Sommertag gerade eben erst aus dem Kühlschrank geholt worden.

Für meinen ersten Versuch mit den Tropfen habe ich zunächst einfaches Leitungswasser in einen Zerstäuber gefüllt und die Flaschen mit einigem Abstand sachte eingesprüht.

 

Abbildung 2: Wasser-Zerstäuber

Abbildung 2: Wasser-Zerstäuber

 

Leider führte das nicht zum gewünschten Ergebnis. Das Wasser lief augenblicklich zusammen und bildete überhaupt keine brauchbaren Tropfen. Hier muss also nachgeholfen werden.

 

Der Griff in die Trickkiste

Die Lösung: Glycerin! Der Zuckeralkohol (Summenformel C3H8O3) ist eine recht zähe, farb- und geruchlose Flüssigkeit, 100 ml davon sind in der Apotheke für 4,80€ zu bekommen. Ich habe die 85-prozentige Lösung mit weiterem Wasser verdünnt (etwa 1:1 im Verhältnis) und in den Zerstäuber gefüllt. Der nächste Test soll zeigen, ob die Ergebnisse nun zufriedenstellend sind.

 

Abbildung 3: Mit diesem Trick klappt's

Abbildung 3: Mit diesem Trick klappt’s

 

Dieses Mal gelang es wirklich, schöne Wassertropfen zu reproduzieren. Diese verlaufen nun kaum mehr und bleiben auch längere Zeit bestehen, was für ein Shooting von 10-15 Minuten auch nur hilfreich sein kann. Somit kann es nun an den Aufbau des Settings gehen.

 

Abbildung 2: Test der Wassertropfen-Qualität

Abbildung 4: Tropfen aus Glycerin-Wassergemsch

 

Aufbau des Settings

Das Shooting findet in der heimischen Badewanne statt. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Reinweißer Hintergrund
  • Homogene Ausleuchtung durch Lichtreflexion
  • Wasserunempfindlich

Durch den weißen Hintergrund und den hohen Unschärfebereich bei Verwendung der Festbrennweite (Blende f/2.0) „fressen“ die Ränder ziemlich aus, was den spektakulären Look erzeugt.

Die vordere Flasche habe ich als Eyecatcher schräg angeordnet und mit doppelseitigem Klebeband gegen Umfallen fixiert. Auf dem Kronkorken dieser Flasche liegt auch der Fokuspunkt, um die Wassertropfen möglichst markant herauszuarbeiten.

 

Komposition

Die Bildwirkung hab ich immer wieder mit einem kurzen Blick durch die Kamera überprüft. Das geht schnell und man sieht direkt, wie sich Veränderungen auf die Aufnahme auswirken.

Verschiedene Kamara-Ausrichtungen erzeugen auch jedesmal eine neue Bildstimmung. Hier muss für die beste Aufnahme experimentiert werden.

 


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